Selbstvertrauen & Selbstwert - wie wir zu innerer Stärke finden | 5
Shownotes
Was unterscheidet Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl? Wie baut sich das im Alltag auf? Warum fällt es uns oft so schwer, Lob anzunehmen? Was brauchen Jugendliche, um sich gegen Gruppendruck zu wehren? Viele Impulse für deinen Alltag findest du in dieser Episode.
RESSOURCEN Zum Buch "Geborgen, mutig, frei - wie Kinder zu innerer Stärke finden": https://amzn.to/48stZcW Zur Podcast-Episode "Perfektionismus": https://www.podcast.de/episode/699117546/perfektionismus-welche-rolle-spielen-erziehung-gesellschaft-und-social-media-1 Zum Stärkefragebogen: https://www.lernen-mit-adhs.ch/wp-content/uploads/St%C3%A4rkefragebogen_L.pdf Zum Video "Ich kann das nicht!": https://youtu.be/jk0PUtuAyqk?si=PnD1lpEM53xYYVdN Zur Serie "Was Kinder stark macht": https://youtu.be/jk0PUtuAyqk?si=PnD1lpEM53xYYVdN Zum Buch von Oliver Dierssen: https://www.penguin.de/content/edition/excerpts/1140506.pdf Unsere Websites: https://www.weiterbildung-lerncoaching.ch https://www.mit-kindern-lernen.ch Unsere Bücher: https://www.weiterbildung-lerncoaching.ch/projekte/buecher Instagram: https://www.instagram.com/mitkindernlernen/?hl=de YouTube: https://www.youtube.com/mitkindernlernen
DIE ZWEI SCHON WIEDER In „Die zwei schon wieder“, dem luftig-leichten Psychologie-Podcast mit Fabian Grolimund und Stefanie Rietzler, werfen wir einen psychologischen Blick auf Themen aus dem Alltag, die uns beschäftigen, irritieren, faszinieren oder amüsieren. Ohne Fachsprache, ohne erhobenen Zeigefinger – dafür mit Neugier, Offenheit und einer Prise Humor. Dieser Podcast lädt dich dazu ein, genauer hinzuschauen: auf Denk- und Gefühlsmuster, auf zwischenmenschliche Dynamiken und auf das, was unser Verhalten oft unbewusst steuert. Du bekommst Impulse, die zum Reflektieren anregen, neue Perspektiven eröffnen und dabei helfen, dich selbst und andere besser zu verstehen – ganz ohne den Anspruch, schnelle Lösungen zu liefern. Ein Podcast für alle, die Psychologie im Alltag entdecken wollen und Lust haben, menschliche Eigenheiten bewusster wahrzunehmen. RESSOURCEN Zum Buch "Geborgen, mutig, frei - wie Kinder zu innerer Stärke finden": https://amzn.to/48stZcW Zur Podcast-Episode "Perfektionismus": https://www.podcast.de/episode/699117546/perfektionismus-welche-rolle-spielen-erziehung-gesellschaft-und-social-media-1 Zum Stärkefragebogen: https://www.lernen-mit-adhs.ch/wp-content/uploads/St%C3%A4rkefragebogen_L.pdf Zum Video "Ich kann das nicht!": https://youtu.be/jk0PUtuAyqk?si=PnD1lpEM53xYYVdN Zur Serie "Was Kinder stark macht": https://youtu.be/jk0PUtuAyqk?si=PnD1lpEM53xYYVdN Zum Buch von Oliver Dierssen: https://www.penguin.de/content/edition/excerpts/1140506.pdf Unsere Websites: https://www.weiterbildung-lerncoaching.ch https://www.mit-kindern-lernen.ch Unsere Bücher: https://www.weiterbildung-lerncoaching.ch/projekte/buecher Instagram: https://www.instagram.com/mitkindernlernen/?hl=de YouTube: https://www.youtube.com/mitkindernlernen
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Transkript anzeigen
00:00:00: Da finde ich es umso wichtiger, als Mama oder Papa auch anzuzeigen.
00:00:04: Mir ist die Anstrengung und die Haltung mit der du daran gehst viel, viel wichtiger und wertvoller als das was notenmäßig am Ende daraus kommt.
00:00:12: Auch wenn ich absolut verstehe dass es als Mama- oder Papa super superschwierig ist weil man sich wünscht dass die Kinder bekräftigt werden gute Erfahrungen machen erfolge erleben dürfen und dass einem einfach selber so im Herzen treffen kann wenn man merkt mein Kind reibt sich da so auf.
00:00:37: Herzlich willkommen bei Die Zwei Schon Wieder, dem luftig leichten Psychologie-Podcast mit Stefanie Rietzler
00:00:44: und Fabian Grolemund.
00:00:46: Hier werfen wir einen psychologischen Blick auf Alltagsthemen die uns interessieren, irritieren, faszinieren oder amüsieren –
00:00:53: für alle, die neugierig sind, auf sich selbst und die Menschen um sie herum!
00:01:07: Wir sind zurück mit einer neuen Episode von The Zwei schon wieder.
00:01:11: Nachdem wir uns letztes Mal ganz intensiv mit dem Thema Mobbing auseinandergesetzt haben und ihr uns unheimlich viele Nachrichten dazu geschickt habt über eure Erfahrungen, über all die Fragen, die euch umtreiben rund um das Thema Mobbing wollen wir heute eintauchen in das Thema Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl.
00:01:29: Viele, viele Fragen von eurer Seite gingen in die Richtung.
00:01:32: Wie geht man denn mit Perfektionismus um?
00:01:34: Was macht man wenn Kinder sich wenig zutrauen?
00:01:37: Wie können wir Kinder darin bestärken, entspannter mit Fehlern umzugehen?
00:01:41: Das sind alles Fragen, die wir in der Episode eins zum Thema Perfekzonismus beantwortet haben.
00:01:46: Wir verlinken euch die unten gerne auch noch mal in den Show notes.
00:01:49: da dürft ihr gerne nochmal rein hören.
00:01:51: heute aber wirklich tauchen wir ein in das Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl.
00:01:58: Da kam ganz viele Fragen auf und ich würde sagen, wir schauen uns zuerst einmal an wie sich denn diese beiden Aspekte voneinander unterscheiden.
00:02:08: Fabian vielleicht magst du zu Beginn ein wenig etwas zum Selbstvertrauen sagen?
00:02:13: Woran erkennt man das?
00:02:14: dass ein Kind ein gutes oder gesundes Selbstvertrauen hat?
00:02:19: Selbstvertrauens ist ja so ein bisschen umgangssprachlicher Begriff in der Psychologie.
00:02:23: sprich man eher von Selbstwirksamkeit dem Gefühl doch eigene Handlungen etwas bewirken zu können.
00:02:30: Und ich finde, das zeigt sich eigentlich immer dann wenn wir mit einer Herausforderung konfrontiert sind, dann stellen wir uns automatisch die Frage Kann ich das oder kann ich das lernen?
00:02:39: Kann ich damit umgehen?
00:02:41: So ein zweite Bereich wo der Selbst- und Trauen auch eine Rolle spielt ist Einfluss.
00:02:46: Also kann ich andere Menschen Auf die Einflüsse nehmen.
00:02:51: hören sie mir zu.
00:02:52: Oder ich denke zum Beispiel Situationen Kinder wollen etwas spielen, kann ich da einen Vorschlag bringen und werde vielleicht aufgenommen oder auch als Erwachsener Mensch.
00:03:04: Wenn in einer Sitzung bin mit Kolleginnen und Kollegen habe ich das Gefühl dass mein Wort etwas zählt, dass sich irgendwie zum Beispiel auf ein Projekt auch Einfluss nehmen kann oder dass ich eben eher überhört werde.
00:03:15: Und gemeinsam hat es dieses Gefühl von Ich kann durch meine Handlungen meine Umgebung verändern.
00:03:24: beeinflussen.
00:03:26: Also da geht es sehr stark um die eigenen Fähigkeiten, um die eignen Kompetenzen und den Bezug zu anderen.
00:03:32: welches Gewicht hat das was mir wichtig ist?
00:03:36: Welchen Stellenwert hat das bei anderen?
00:03:38: kann ich die von meinen Ideen irgendwie überzeugen?
00:03:40: Kann ich damit
00:03:41: gehen?".
00:03:42: Und dann haben wir dem gegenüber ja das Selbstwertgefühl.
00:03:46: also nach meinem anderer Bereich der sich ja vor allem um die Frage dreht welche Haltung nehme ich mir selbst gegenüber ein?
00:03:53: Bin ich der Meinung, ich als Mensch mit meinen Stärken und Schwächen bin gut genug?
00:03:57: Wenn akzeptabel annehmen war so wie ich bin oder eben nicht oder eben unter gewissen Bedingungen nur.
00:04:03: Und auch dort gibt es ja verschiedene Quellen die den Selbstwert sozusagen speisen können.
00:04:08: da haben wir einerseits diese Einbettung im sozialen Bereich.
00:04:14: in der subzia-psychologie geht man oft davon aus dass sich der selbstwert eine Art Soziometer entwickelt hat Also, dass uns ein hohes Selbstwertgefühl auch etwas darüber verrät.
00:04:25: Dass wir uns gut eingebunden fühlen, dass unsere sozialen Akkus aufgeladen sind und uns als Teil von der Gemeinschaft wahrnehmen den Eindruck haben Wir werden unterstützt, wir werden gesehen, wir wird geschätzt!
00:04:39: Wir werden akzeptiert mit unseren Stärken und Schwächen Und das uns ein niedriger Selbstwert Gefühl auch eher etwas darüber verraten kann dass wir uns beispielsweise zu wenig eingebettet fühlen, den Eindruck habe ich bin nicht wirklich... gesehen und geschätzt mit meinen Stärken und Schwächen, sondern erfahr dafür vielleicht viel Ablehnung für Kritik.
00:04:58: Oder dass sie ihn sehr schnell verlieren können?
00:05:01: Genau, genau das Viel auf dem Spiel steht.
00:05:04: Dass es sich in Eindruck hat ein einzelner Fehler oder ein blödes Wort könnt ihr dazu führen, dass die anderen mich ablehnen, haben sich über mich lustig machen dann bin ich bei allen unten durch.
00:05:13: Genau wegen Kleinigkeiten.
00:05:15: Das wäre dieser Bereich diese soziale Einbettung das Gefühl von Verbundenheit Und dann haben wir ja eine zweite Quelle von Selbstwertgefühl, die ganz stark mit der persönlichen Integrität zu tun hat.
00:05:27: Also mit dieser Frage gelingt es mir in meinem Alltag in Übereinstimmung mit meinen Werten zu leben, schaffe ich's auch in Situationen, in denen mich vielleicht unter Druck gesetzt fühle, Spannungen da sind, mich immer wieder für das auch zu entscheiden was mir persönlich wichtig ist und nicht unter dem ersten Gruppendruck sozusagen einzugnicken?
00:05:49: Da geht es sehr stark um die Werthaltung, die ich mitbringe und die Frage wie viel Platz und Raum haben sie auch in meinem Leben.
00:05:59: Ich erinnere mich da immer wieder wenn ich über dieses Thema Integrität und Korrumpierbarkeit nachdenken möchte an so ein Erlebnis was sich vor vielen Jahren hatte als ich mit der Deutschen Bahn gereist bin.
00:06:12: Liebe Grüße gehen raus!
00:06:16: natürlich der Zug wieder Stundenverspätung hatte.
00:06:19: Und der junge Herr, der dort arbeitete bei der Bahn und quasi die Tickets kontrollierte und dann sich immer wieder zu verantworten hatte vor den Gästen, die da geschimpft haben dass das er wohl nicht sein kann und der dann irgendwie ganz ja fast schon wie so ein geschlagener Hund gesagt hat, ja also er selber würde nie mit der Bahn irgendwo hinfahren.
00:06:44: Er nimmt immer das Auto weil das sei auch wirklich ein Saftladung und so.
00:06:48: Ich mir so gedacht habe es genauso einen Punkt oder der so sehr am Selbstwertgefühl auch nagen kann wenn ich den Eindruck habe zum Beispiel ich arbeite für ein Unternehmen dessen Werte ich irgendwie nicht teilen kann oder ich bin in eine Lage versetzt in der ich da immer wieder Ja, eigentlich in so ein Spannungsfeld kommen.
00:07:08: So wichtig!
00:07:09: Genau genau und bei Kindern sehen wir das natürlich auch in verschiedenen Varianten immer wieder dieser Gruppendruck der Aufkommen würde.
00:07:17: ich denke sei das jetzt im Bezug auf irgendwelche Interessen, sei es im Bezug auf Kleidung, sei das im Bezuk auf... Manchmal auch so bei den Jugendlichen Risikoverhalten.
00:07:29: Also mache ich mit, probiere ich diese Droge jetzt mit auf, werfe ich mir da was ein oder schaffe ich es dann im richtigen Moment mich rauszuziehen?
00:07:38: Mache ich mit bei dieser Mutprobe und steige auf dieses Dach?
00:07:43: Oder schaff ich's mich dort
00:07:44: abzugrenzen?".
00:07:46: Ich finde das so spannend beim Selbstwerkgefühl weil wir diesen Spannungsfeld haben.
00:07:50: oder weiß ich dass ja eine Seite speist aus diesem Gefühl dazu zu gehören...
00:07:55: Genau!
00:07:56: Und in vielen Situationen müssen wir uns ja auch ein bisschen entscheiden.
00:08:00: Das andere ist, dass wir unsere Werte vertreten nach den Leben und schön ist, wenn beides geht oder?
00:08:07: Wenn ich merke, ich darf so sein wie ich bin, nicht darf meine Werthaltung erzeigen und ich gehöre dazu.
00:08:13: aber in vielen situationen müssen mir uns da ein Stück weit entscheiden unbequem zu sein sozusagen nein das sehe ich anders oder mit dem Risiko, dass man dann eben Ablehnungen erfährt.
00:08:25: Und spannend ist eigentlich da dieser Punkt, wir tanken das vielleicht auch ein Stück weit oder in Kindheitsjahren dass wir diese unverbrüchliche Liebe von unseren Eltern bekommen.
00:08:36: Dass wir uns angenommen fühlen wie wir bilden im Idealfall so dieses Gefühl aus.
00:08:44: ich bin okay so wie ich bin Und davon können wir auch zähren und sagen, jetzt muss mich nicht jeder Mensch toll finden oder nicht?
00:08:52: alle müssen einverstanden sein.
00:08:54: Ich kann das auch mal aushalten vielleicht auch den Menschen die mich mögen.
00:08:58: Jetzt ein bisschen irritiert sind oder dass sie nicht cool finden, dass ich da jetzt nicht mitmache oder dass sich da Kritik äußere und finde es ist aber eine dumme Idee zum Beispiel zu Freunden oder einfach ihr könnt ja schon machen, aber ich mache nicht mit.
00:09:14: kommen ja auch immer wieder Fragen.
00:09:15: Also wie kann ich mein Kind ausstärken oder im Punkt der Gruppendruck Nein sagen, im richtigen Moment?
00:09:24: Was wäre da deine Antwort?
00:09:26: Ich finde diesen Punkt wahnsinnig spannend von diesem Nein-Sagen und vom Gruppendruck weil wenn ich immer wieder die Kinder und Jugendlichen betrachte und beobachte fällt mir ganz häufig auf dass wir von den Kindern und den Jugendlichen oft mehr Abgrenzungsfähigkeit erwarten, als sie das als Erwachsene oft selbst haben.
00:09:50: Also ich erinnere mich immer wieder an Gespräche auch mit Eltern im Beratungssetting, was darum ging, dass die zum Beispiel gesagt haben, mich ärgert es so, dass meine Tochter meinen Sohn jetzt diese Markenkleidung oder diese Blöden... Sticker oder diese blöde Sammelleidenschaft hat, ich find das total bescheuert.
00:10:08: Oder mein Kind soll sich da einfach besser abgrenzen?
00:10:11: Ich geb sicher nicht Geld aus für solche Tourenschuhe oder so.
00:10:14: Ich finde es absolut valide als Elternteil das zu entscheiden, dass ich dafür kein Geld hab oder auch kein Geld ausgeben möchte.
00:10:21: Sofern es da ist und gleichzeitig finde ich's wichtig, sich bewusstzumachen wie schwierig das is'.
00:10:27: Also ich erinnere mich an ein Gespräch mit einem Jugendlichen der mir mal gesagt hat ... Bei Ihnen in der Schule gibt es zwei Kategorien von Schülerinnen und Schülern.
00:10:37: Es gibt die normalen, die coolen und es gibt die nüt-lüt.
00:10:40: Und die Nüt-Lüt sind eben die, die nütt also nichts wert sind weil sie nicht die richtigen Kleidungsstücke tragen.
00:10:48: Dass man einfach unten durch ist in dieser sozialen Gruppe wenn man zum Beispiel seine Zugehörigkeit nicht durch gewisse Markenkleidung zeigen kann.
00:10:57: Unabhängig davon, dass ich das selber schlimm finde.
00:10:59: Wenn das so ist, find ich es trotzdem wichtig, sich als Mama oder Papa bewusst zu machen, dass wir alle immer wieder in diesen Zwangskontexten drin sind und uns Erwachsenen das oft nicht gelingt.
00:11:10: Also wenn ich jetzt bei einer Bank zum Beispiel arbeite, fände ich's doch auch recht schwierig, weil meine Partnerin, mein Partner sagen würde du für diesen Hosenanzug Je nachdem, diese Krawatte finde ich jetzt bescheuert Geld auszugeben.
00:11:27: Du hast ein paar schöne Jogginganzüge dann kannst du dir auch zur Arbeit ansiehen.
00:11:31: gemütlicher sind die ohnehin oder?
00:11:34: Also du hast ja nichts zu verstecken.
00:11:35: also du kannst jetzt einfach das zum Beispiel anziehen.
00:11:39: da passen wir uns auch ein Stück weit an die Normen und Gegebenheiten unserer Arbeitswelt an.
00:11:45: Ich finde das wäre der erste Punkt sich bewusst zu machen wie schwierig das ist
00:11:51: Ja, wie blöd.
00:11:52: Man sich auch selber fühlt, wenn man merkt ich bin jetzt in diesem Anlass eigentlich falsch angezogen.
00:11:57: Total!
00:11:57: Die anderen kommen so formell und also mir ist das zwei-drei Mal passiert.
00:12:01: Das eine mal waren wir ja mit der Uni noch die Angestellten auf einer Wanderung Und ich hatte dann auch So ne Preisverleihung wo... das war irgendein Event.
00:12:13: Meine Frau und ich haben zum Businessplan gemacht für ihr Zeichnungsatelier was sie selbstständig gemacht hat.
00:12:21: Wir haben den eingereicht, das war so ein Kurs, den wir an der Uni machen konnten und dann war diese Preisverleihung.
00:12:26: Und ich kam einfach mit diesen Wanderschuhen, kurzen Hosen im T-Shirt und dann waren aber alle wirklich in Anzügen dort und mit Krawatte – alles ein bisschen Wirtschaftsleute!
00:12:37: Ich habe mich ganz hinten reingesetzt und plötzlich ist es ja und der dritte Preis geht an und da musste ich nach vorne und irgendwie diesem Preisengeg nehmen und noch was sagen in meiner schlimmen Wanderkleidung verschwitzt.
00:12:51: Und das sind so die Momente, wo ich finde viele Jugendliche, die dann falsch angezogen sind.
00:12:58: Die erleben sich ja so und vor allem da war jetzt der Unterschied mit mir waren alle nett aber Jugendliche werden zum Teil wirklich angegangen oder?
00:13:06: Wieso läufst du so rum und ist peinlich und es wird sich lustig gemacht und dann als Eltern zu erwarten dass die Jugendlichen das einfach an sich abbrallen lassen.
00:13:15: Das finde ich sehr gut.
00:13:16: diese Frage würde ich den Selbstemut haben dazu.
00:13:21: Oder auch so, man will das sich die Jugendlichen abgrenzen oder die sollen jetzt diese Markenklamotten nicht anziehen und dann geht man vielleicht an die Verwandtenfeier.
00:13:30: Die Großeltern werden irgendwie Achtzig und dann will die Jugendliche im Trainer kommen.
00:13:35: Trainingsanzug?
00:13:36: Ja!
00:13:36: Und dann ist man plötzlich nicht mehr gut.
00:13:38: oder da merkt man selber ah das ist jetzt aber mir peinlich.
00:13:41: und wie stehe ich denn da vor den anderen Familienmitgliedern?
00:13:45: ja Das finde ich ja auch so spannend, dass Erwachsene häufig diesen Tipp geben.
00:13:51: Im Du musst dich ja nicht drum kümmern was andere sagen Ich aber oft den Eindruck habe Kinder und Jugendliche haben oft ein sehr gutes Gespür dafür was Andere sagen werden und was das für ihre soziale Stellung bedeuten wird.
00:14:03: Und es ist nun mal so und das wissen wir ja auch aus den Studien mit bildgebenden Verfahren das gerade sozialer Ausschluss eben auch Schmerzschaltkreise im Gehirn aktiviert.
00:14:13: Das tut uns physisch weh, wir können uns schwer entscheiden dafür zu sagen es juckt mich überhaupt gar nicht was alle anderen sagen insbesondere wenn's meine Peergroup ist Leute bei denen es mir so wichtig ist dass ich dort ankomme...
00:14:25: Ja ich finde da die große Unterschiede bei den Jugendlichen die können diese Peergruppen nicht wechseln.
00:14:31: also wenn dich die Klasse doof findet dann musst du in der bleiben.
00:14:34: oder als wir als Erwachsene können sagen dann gehe ich auch diesen Leuten aus dem Weg, oder?
00:14:39: Aber das können sie nicht.
00:14:41: Genau und was ich schwierig finde wenn wir Erwachsenen dort so viel Druck aufbauen gerade in Bezug auf irgendwelche Interessen im Bezug ob Hobbys dass es für die Jugendlichen oder Kinder am Schluss ja dann eigentlich heißt Sie müssen sich einem der beiden Druckseiten beugen.
00:14:56: Also entweder sie knicken quasi auf der einen Seite oder auf der anderen Seite ein, also im Sinn von ... Entweder ich mach dann das was die Peer Group will oder das
00:15:04: was
00:15:04: wir Eltern wollen.
00:15:05: und das finde ich oft so schwierig weil je mehr Druck wir bekommen desto schwieriger wird es ja auch unseren eigenen inneren Kompass noch zu fühlen oder zu hören was unsere eigene innere Stimme oder unser wertesystem uns sagen würde.
00:15:19: Ich hab dort oft Erfahrung gemacht dass es sehr hilfreich ist eher in einem neugierigen Gespräch solche Themen aufzugreifen.
00:15:28: Also wenn ich jetzt zum Beispiel auch den Eindruck hätte, als Mama oder Papa mein Kind wird zum Beispiel häufiger von Freundinnen und Freunden unter Druck gesetzt macht dann manchmal bei Sachen mit dem nicht so wohl sind oder ihr, denn würde ich versuchen einen ruhigen Moment zu finden mit meinem Kind.
00:15:44: das kann eine Autofahrt sein es kann ein Spaziergang sein irgendeine Spielsituation sein bei den jüngeren Kindern.
00:15:50: Das kann abends im Bett sein, wenn man vielleicht eh Einschlafbegleitung macht und noch ein bisschen mit dem Kind zusammen ist?
00:15:57: Dann kann ich zum Beispiel einfach mal neutral beschreiben was ich beobachte.
00:16:02: jetzt zum Beispiel ein kind habe was bei dem Ich einen Eindruck hab das stiftet meinen kind immer zu irgendeinem quatsch an oder eine gruppe Und mein kind macht damit und schaffst nicht sich abzugrenzen dass man einfach mehr sagt.
00:16:11: du Mir scheint ich sage jetzt irgendeinen Namen oder mir scheinst die keine ahnung Anna oder was.
00:16:19: Ja, Anna, du hast das Gefühl, die magst du sehr gerne.
00:16:22: Und ich hab den Eindruck, es ist dir sehr wichtig auch, dass sie dich mag und dann kann ich das einfach mal in Raum stellen.
00:16:29: Mal gucken was mein Kind dazu sagt vielleicht sagt's auch gar nichts und wartet Erwartungsholen was da jetzt noch kommt.
00:16:35: Dann könnte ich so eine Beobachtung schildern und sagen Ich habe den Eindruck der Anna Es ist auch immer recht wichtig zu entscheiden oder zu bestimmen wie siehst Du das?
00:16:44: dann kann ich mal abwarten, vielleicht öffnet sich mein Kind und sagt ja das stimmt.
00:16:48: Und so sie ist immer ein bisschen sauer wenn man da nicht mitmacht.
00:16:52: Dann kann ich auch das würdigen was das Kind auch für positive Seiten hat oder?
00:16:56: Also nicht gleich in die Abwertung und sagen ja die Anna die sowieso eine Bestimmerin und die hatte ich so unter ihrer Knute und jetzt sagt er mal nein und grenzt dich mal ab oder so.
00:17:06: Ich würde auch versuchen da so ein bisschen das Liebevolle zu sehen.
00:17:08: Und dann kann aber auch mit meinem Kind darüber sprechen.
00:17:10: gibt es denn auch Momente in denen es dir irgendwie unwohl wird sich so unter Druck gesetzt fühlst?
00:17:15: und wenn das Kind sich öffnen kann, kann man auch noch mal fragen hast du das Gefühl?
00:17:19: Das geht nur dir so.
00:17:20: Geht es anderen manchmal auch so?
00:17:22: ich finde dass ist manchmal auch ein wichtiger Anknüpfungspunkt zu merken.
00:17:25: ah!
00:17:25: Ich bin gar nicht die einzige Person vielleicht diese empfindet sondern da gibt's vielleicht auch noch andere die diesen Druck empfinden.
00:17:32: Ich find' das machts oft leichter auch sich eine Lösung zu überlegen.
00:17:36: Und dann kann man für diese spezifischen Situationen auch mal überlegen wie könntest du beim nächsten Mal reagieren wenn sie zum Beispiel wieder sagt, kommen wir, keine Ahnung.
00:17:46: Ich finde es noch wichtig das was wir wollen bei den Kindern Jugendlichen ist dass Sie das registrieren oder?
00:17:51: Also ich bin gerade dabei etwas zu tun was eigentlich nicht meinen Wert entspricht oder was sich jetzt von mir aus nicht machen würde und dann zu merken jetzt habe ich eine Wahl oder ich kann mich entscheiden weil mir das jetzt wichtig ist dazu zu gehören damit zu gehen oder das eben nicht zu tun.
00:18:10: Und ich finde daran kann man ja auch ein bisschen anknüpfen, dass es Situationen gibt wo man nein sagen muss, oder?
00:18:17: Also es gibt Sachen wo das verhandelbar ist.
00:18:19: also ich sage ich setz mir jetzt diesen Mikey baseball cap auf oder weil ich dann eher dazugehöre auch wenn ich so ein bisschen bescheuert find und das ist ja nicht schlimm und dass es situationen gibt wie die steigen jetzt meine freunde freundinnen zu einem betrunkenen ins auto um heimzufahren Da werde ich sagen, das sollten wir nicht tun und wenn es die anderen machen, werde ich der Einzige auch sein oder der dann sagt Ich fahre mich mit.
00:18:43: Ich rufe meine Eltern an Und dann weiß Wenn ich da anrufe werden die nicht wütend?
00:18:49: Sondern sie sind dann wirklich froh und sagen Wir holen dich ab oder nehmen Taxi.
00:18:53: Wir bezahlen's gern oder Hauptsache du steigst da nicht ein.
00:18:57: Aber so am besten das finde ich.
00:18:59: das geht dann auch nicht um Fördern von Selbstwerkgefühl im Allgemeinen, sondern das geht dann wie du es auch gerade ein bisschen gesagt hast.
00:19:06: Ich habe für spezifische Situationen einen Plan oder ich weiß jetzt komme ich in eine gefährliche Situation und jetzt habe ich schon im Voraus überlegt, wie ich den handeln werde?
00:19:17: Und ich muss mich nicht überlegen, ja fliebe meine Eltern aus wenn die, wenn ich da morgens um halb zwei anrufe oder so, sondern wir haben das als Familie besprochen dass es unser Weg ist damit umzugehen
00:19:29: Und ich finde, da ist wirklich dieser Rückhalt der Eltern so wertvoll.
00:19:33: Ich hab das genauso erlebt.
00:19:34: meine Eltern die haben immer gesagt egal wann du anrufst wir holen dich ab oder und eben es gibt keinen Ärger egal in welchen Zustand dann noch irgendjemand dabei ist oder so gerade als Jugendliche Und ich hab das so oft erlebt auch bei Klassenkameradinnen, dass die einfach dann Angst hatten ihre Eltern zu informieren.
00:19:55: Es ist ja jetzt nachts und die schlafen schon was es für ein Donnerwetter gibt und dann keine Ahnung steigen sie dann lieber zu irgendjemandem ins Auto, bei dem ich denke weil es ist wirklich gefährlich und ich erinnere mich an viele viele Situationen in denen meine Eltern dann irgendwie auch den Fahrdienst halt übernommen haben noch für andere Familien Weil Sie auch gesagt haben das ist uns einfach viel zu gefährlich eben dann zu irgendwelchen Leuten ins Auto steigen oder so.
00:20:18: Und ich finde, es gibt einem so eine starke Sicherheit auch in so einen Moment der vielleicht ... ja man sich unter Druck führt und das ist Gefühl halt ah jetzt keine Ahnung bin nicht die Spaßbremse, die anderen wollen noch weiter und du gehst jetzt nicht mit.
00:20:33: aber zu wissen stich wenigstens nicht allein da und ich rufe da an, da wird ne Verschlafne vielleicht aber freundliche Stimme dann da sein und würd sagen Ich bin mega froh dass Du da nicht mitgegangen bist und eben dass Du das Du angerufen hast.
00:20:44: Ich fang noch den anderen Punkt von dir spannend.
00:20:47: Es gibt ja diese Experimente von ASCH zur Konformität, die sind so... man macht drei Striche unterschiedlich lang oder?
00:20:55: Und da müssen die Leute sagen welcher Strich ist der längste?
00:20:58: also eine völlig einfache Aufgabe.
00:21:00: es ist offensichtlich.
00:21:02: Jetzt macht man das aber so, dass da acht Leute sitzen und die sieben Leuten davor sagen Strich B oder während A eigentlich die richtige Antwort wäre.
00:21:10: Und dann sagen schon sehr viele Leute die gleiche Antwort wie die siebten Leute davor.
00:21:15: Also es heißt nicht mal unserer Wahrnehmung trauen wir noch wenn genügend andere Leute was anderes gesagt haben.
00:21:23: Eine spannende Variation war in diesen Experimenten eine Person drin hat, die aber die richtige Antwort gibt.
00:21:31: Eine Einzige?
00:21:31: Also wenn von sieben Leuten eine einzige Person die richtige antwort sagt dann ist praktisch jede Person bereit auch die richtigen Antwort zu nennen.
00:21:41: und das gesagt zum bisschen Verbündeten suchen oder?
00:21:44: Wenn ich jetzt unterwegs bin in der Klicke und ich merke die wollen jetzt sowas machen was mir unwohl ist.
00:21:50: Wenn ich da merke einer anderen Person ist es auch ein bisschen unwohl Du, ich find's grad nicht so cool und mir macht das ein bisschen schiss.
00:21:58: Und ich würde lieber nicht oder?
00:22:00: Und die auch da mitzieht und sagt mir auch dann hab' ich schon eine viel viel stärkere Position.
00:22:06: Und Ich finde es sind manchmal so Kleinigkeiten auch im Jugendalter dass sich weiß Die Person zum Beispiel von der ich am sichersten bin Dass sie das genauso bescheuert gerade findet Oder eben auch so ein bisschen zögerlich ist Das ich weiß in so Situationen suche ich den Blickkontakt von dieser Person.
00:22:22: Ich muss da nicht vor der ganzen Gruppe zuerst mal sagen, hey, ich find's eine dumme Idee!
00:22:26: Wer findet es noch blöd?
00:22:28: Manchmal reichts ja auch schon ... Ich guck diese Person an, die beste Freundin wäre das ist und schüttelt den Kopf und zeig jetzt ein bisschen an, dass wir jetzt gehen.
00:22:36: Und dann kann man einen Schulterschluss finden und eben auch nicht den Eindruck haben, ich allein bin quasi der Bohrmann oder die Bufrau wie auch immer.
00:22:44: Das finde ich sehr
00:22:46: hilfreich.".
00:22:48: Also wir haben diesen Bereich Konformität beziehungsweise mehr Integrität, sich auch gegen Druck ein Stück weit zu wehrsetzen können.
00:22:58: Ich fand dort auch immer gerade für jüngere Kinder Vorbilder sehr hilfreich.
00:23:04: also wenn ich über die Literatur zum Beispiel auch in Zugang habe du hast jetzt zb sehr gern Ronja Röbertoch da kann ich das Kind gelesen Wenn man immer wieder in Kontakt kommt auch mit Figuren, die sich vielleicht auch unter Druck der Eltern für das entscheiden was ihnen persönlich wichtig ist.
00:23:21: Und ich glaube da sind wir als Eltern auch immer wieder gefordert manchmal auch kritisch auf uns selbst zu gucken und zu schauen wie reagiere ich denn drauf wenn mein Kind nein sagt dann mein Kind ja eine andere Meinung vertritt versuche ich dann auch mein Kind einfach zu überreden und überzeugen.
00:23:37: so finde nach dass es doch blöd und macht das doch.
00:23:40: Also lasse ich in welchen Situationen lass ich auch das Nein gelten.
00:23:45: Das ist auch wieder eine Einzahlung auf Selbstwertkonto.
00:23:48: sein kann, wenn ich den Eindruck habe auch mein Nein wird gehört.
00:23:51: Ist nicht immer möglich?
00:23:52: Ja oder nicht?
00:23:53: mal einfach vom besseren Argumenten des Jugendlichen überzeugen lassen.
00:23:58: Auch mal um Ratfragen finde ich auch so ein Teil, oder?
00:24:01: Ich finde man kann altersangemessen auch Schwierigkeiten mal ansprechen mit denen man selber gerade zu kämpfen hat.
00:24:08: Also ich finde, man muss jetzt nicht die in den großen Sehinstruktis machen.
00:24:12: Aber ab und zu mal zu sagen ja da übe ich auch noch, hast du mir irgendwie einen Tipp dazu?
00:24:16: oder was denkst du dazu?
00:24:18: Kann auch eine Stärkenderfahrung sein!
00:24:20: Absolut, ja gut.
00:24:24: Wollen wir mal ein bisschen Fragen noch raus suchen?
00:24:27: Ja Stefanie wie kommt das Kind aus der Negativspirale wenn schon ein paar Misserfolge erlebt hat?
00:24:33: Das wird jetzt eher so dass Selbstvertrauen, Selbstwirksamkeitsempfinden
00:24:38: betreffen.
00:24:39: Wenn Kinder Misserfolge erleben, dann sehen wir ja häufig ein gewisses Muster.
00:24:45: Also das Kind hat übt irgendwie, lernt irgendwas Neues, bereitet sich auf einen, ich sage jetzt irgendwas Mathe-Test vor, ich sag nur Mathe weil Mathe für mich das Schwierige Facher.
00:24:55: und dann gibt man sich Mühe, man übt Es kommt diese Prüfung der Test die Abfrage was es auch immer ist Ich bekomme eine Rückmeldung Dann schätze ich mich selber ein Und wenn ich vielleicht eher nähe schlechte Note habe, dann werde ich enttäuscht sein.
00:25:11: In der Regel ist es so dass die Kinder ja am Anfang und auch die Eltern dann erst mal die Anstrengungen intensivieren sagen okay da müssen wir das anders angehen mehr machen, Kinder legen sich dann oft mehr ins Zeug und erst dann wenn das eins zwei drei viermal je nachdem wie resilient das Kind ist und was sonst noch rundherum passiert ist, passiert ist dann kommt mit der Zeit diese Hilflosigkeitsspirale, dass ich den Eindruck hab bringt ja eh nix, ich kann mich anstrengen wie ich will Ich bin immer schlecht, ich bin immer die Langsamste.
00:25:40: Ich bin zu dumm all diese Sätze, die wir dann von den Kindern
00:25:42: hören.".
00:25:43: Das Erste was ich wichtig finde ist, diese Gefühle einfach mal anzunehmen und stehen zu lassen.
00:25:48: Zu sagen, ich verstehe das, dass es so hart wenn man sich immer wieder Mühe gibt und dann ja ... So viel lernt und eine Note hat mit der man nicht so zufrieden ist und so... Dass die Kinder merken, diese Enttäuschung hat Platz!
00:26:01: Die darf sein.
00:26:03: Oft wird ja empfohlen, damit den Kindern noch mal zurückzuschauen.
00:26:07: Also zum Beispiel dann diese Prüfung durchzugehen und zu schauen wo waren da die Fehler?
00:26:13: Das merke ich, dass das für die Kinder oft ein absoluter Abturner ist.
00:26:17: Gerade in dem Moment der Enttäuschung.
00:26:19: Oft
00:26:19: geht ja auch im Pool mal dann einfach alles positive anzuschauen.
00:26:22: aber das finden sie eben auch auf den Business Fars.
00:26:24: Genau!
00:26:24: Dass man sagt Ja du hast eine ungenügend Note Aber schau mal hier in Aufgabe zwei A Hast Du einen Teil schon richtig gelöst?
00:26:31: Danke für nichts Mama So quasi genau Also Enttäuschung stehen lassen.
00:26:36: Zulassens Kind trösten ihm Anzeigen das ist ne schwierige Situation.
00:26:41: Ich verstehe das.
00:26:43: Und dann können wir schauen zum einen, was braucht es jetzt für die Zukunft?
00:26:48: Also gerade wenn's um die Vorbereitung zum Beispiel der nächsten Prüfung geht nochmal zu gucken.
00:26:53: Was könntest du oder was könnten wir diesmal anders machen damit es besser klappt?
00:27:00: Kindstrategien, um zum Beispiel im Unterricht ein bisschen mehr mitzubekommen.
00:27:04: Wer es hilfreich früher anzufangen zu lernen?
00:27:08: Wer ist fürs Kind z.B.
00:27:09: hilfreich mit einer Lernpartnerin, einem Lern-Partner das zusammenzumachen?
00:27:13: braucht's vielleicht Zusatzerklärung von der Lehrkraft die bereit steht?
00:27:19: oder bei der Wiederholungsstunde zum Beispiel nutzen wir vielleicht auch die KI um uns bestimmte Teilschritte erklären zu lassen, wie übt das Kind?
00:27:28: Das finde ich auch immer noch wichtig.
00:27:30: Das sehe ich ganz häufig oder sehen wir ja oft.
00:27:32: Das Kinder gerade bei Mathematik zum Beispiel einfach die Aufgaben ein paar Mal durchlesen und dann hoffen oder denken, ah ja!
00:27:37: Das habe ich verstanden aber die Aufgabens selber gar nicht üben, wie es geht und dann in der Prüfung total überfordert sind weil alles plötzlich anders aussieht.
00:27:45: Also eher auf der strategischen Ebene zu schauen, was braucht es eigentlich?
00:27:48: Oder hat das Kind ein Blackout zum Beispiel.
00:27:49: Konnte das Kind das eigentlich gut aber hat den Blackout und deswegen eine schlechte Note dann wird's eher darum gehen Strategien zu entwickeln.
00:27:56: wie kann ich bei der Prüfung trotz Nervosität mein Wissen besser abrufen?
00:28:01: indem ich zum Beispiel das Blattabdecke immer nur eine Aufgabe aufdecke damit ich irgendwie nicht schon... bei Aufgabe eins irgendwie denke, Aufgabe fünf kann ich nicht und hüpft dann hin und her.
00:28:12: Dass ich einen Notfallplan habe.
00:28:13: was mache ich wenn wirklich der Blackout kommt?
00:28:15: Und ich weiß das geht meistens in fünf bis zehn Minuten vorbei.
00:28:19: Ich lehne mich kurz zurück.
00:28:21: Ich mach meine Entspannungsatmung.
00:28:22: Ich schau dass sich ein bisschen runter kommen und dann probiere ich es noch mal neu.
00:28:26: also dass wir dort schauen was bräuchte das Kind zusammen auch mit der Lehrkraft.
00:28:30: Ich finde die kann man da auch immer mit einbinden.
00:28:33: Was bräucht ist damit's in Zukunft besser klappt.
00:28:36: Und dann je nachdem, wo das Kind leistungsmäßig steht und auch welche Kompetenzen es mitbringt, finde ich immer auch wichtig.
00:28:43: Die Messe hat die richtig anzupassen.
00:28:46: Wenn ich beispielsweise ein Kind habe mit einer Rechenschwäche oder einen Kind mit einer ARS – das Mühe hat sich im Unterricht zu konzentrieren dann wird es mit bestimmten Anforderungen in der Schule mehr Schwierigkeiten haben.
00:28:55: Dann kann ich nicht dasselbe von diesem Kind erwarten, wie vom Kind das zum Beispiel sehr gut sich selber steuern kann oder einfach eine mathematische Grundbegabung mitbringt.
00:29:04: Also Messlatte anpassen im Sinne von ja womit dürfen wir auch schon zufrieden sein?
00:29:10: Das kann dann halt vielleicht auch ein knapp genügendes oder ein bisschen weniger ungenügende Notdesign und ich finde dann geht's sehr stark darum Mit der Lupe auf kleine Fortschritte zu gucken, zu sagen wir üben das.
00:29:22: Wir bleiben dort drauf dran bei einem Kind was Schwierigkeiten hat in der Rechtschreibung zu gucken oder wo hat sich's verbessert?
00:29:29: und dann finde ich immer wichtig einen Zusammenhang herzustellen.
00:29:31: Wir hatten es vom Thema Selbstwirksamkeit.
00:29:34: Ich sehe deine Anstrengungen Ich sehe im Idealfall die kleinen Fortschritte, die du machst und ich melde dir die zurück.
00:29:42: Und dass wir eher bei der Rückmeldung – wir nennen das diese individuelle Bezugsnorm anlegen – das heißt nicht schauen wie steht das Kind leistungsmäßig im Vergleich zu den anderen in einer Klasse da sondern vor allem immer auch schauen, wie entwickelt sich das Kind im Vergleich vorher?
00:29:58: Also beispielsweise wenn ich jetzt lesen nehme vielleicht ein sehr lese-schwaches Kind Dass nach zwei, drei Monaten fünfzehn Minuten am Tag lesen üben.
00:30:09: Noch mal mit dem Handy vielleicht aufgenommen wird und merkt hey krass okay das hört sich ganz anders an als noch vor ein paar Wochen dass ich immer wieder auch Beweise andenkenschafe auch wenn das Kind vielleicht immer noch ungenügend ist.
00:30:23: aber ich sehe diese Fortschritte und diese Bemühungen die Anstrengung die zahlt sich aus.
00:30:27: Das finde ich so drei wichtige Punkte Du machst Fortschuhte Und wir sehen das oder?
00:30:33: Die machst du aufgrund des Übens und wir freuen uns darüber.
00:30:36: Das finde ich so diese drei wichtigen Faktoren da
00:30:39: drin.".
00:30:40: Dann gibt es ja immer noch Kinder, also in dieser Frage war ja jetzt das Thema drinnen.
00:30:45: nach einigen Misserfolgen ist die Frage ob das einige Gelegentliche sind oder ob das dauerhafte misserfolge sind?
00:30:53: Wir haben sie an unserer Arbeit immer wieder auch mit Kindern Jugendlichen zu tun, die über Jahre und Jahrzehnte zum Teil immer wieder die Erfahrung machen.
00:31:01: Ich gebe mir Mühe kriegst nicht hin.
00:31:03: Ich bin langsamer, ich bin unkonzentrierter und habe schlechteren Noten als andere.
00:31:09: Und davor kann man auch nicht die Augen verschließen.
00:31:11: also dann kann man ja nicht sagen du müsst dich halt einfach mehr anstrengen und dann wäre das alles aufgelöst weil sie geben ja oft einfach alles über Jahre und es klappt halt trotzdem.
00:31:20: Ja und dann finde ich diese Botschaft auch so ein bisschen im Sinne von einem dynamischen Mindset auch einfach da manchmal ein bisschen Realitätsfern.
00:31:30: Und ich glaube, da geht es sehr stark.
00:31:32: Das haben wir auch immer wieder in unserer Arbeit mit Familien von ADS betroffenen Kindern gemerkt darum den Kindern diese Stärke anzurechnen und die zu würdigen, zu sagen hey diesen Stehaufmännchenmut, diese Mentalität kann man den Jugendlichen sagen dieses Steh auf Mentalität das ist echt etwas Außergewöhnliches was du damit bringst Immer wieder dir Mühe zu geben trotz dieser ungenügenden Noten, trotz der vielen Rückschläge.
00:32:00: Und da hast du eine Stärke die alle meisten Erwachsener nicht haben und den Kindern auch anzuzeigen – ich bin stolz darauf dass du es immer wieder probierst!
00:32:09: Also da finde ich's umso wichtiger als Mama oder Papa auch an zu zeigen.
00:32:13: mir ist die Anstrengung und die Haltung mit der du daran gehst viel, viel wichtiger und wertvoller als das was notenmässig am Ende daraus kommt.
00:32:22: Auch wenn ich absolut verstehe dass es das Mama oder Papa super superschwierig ist weil man sich wünscht dass die Kinder bekräftigt werden gute Erfahrungen nach einer Folge erleben dürfen und dass einen einfach auch selber so im Herzen treffen können wenn man merkt mein Kind reibt sich da so auf?
00:32:37: Ja da finde ich gerade wenn sie Jugend sind manchmal auch diese Metaebene gut.
00:32:42: oder wie wollen wir das Familie damit umgehen?
00:32:45: Was hilft dir von uns Eltern dabei?
00:32:48: Und da wünschen sich doch viele einfach so einen sicheren Hafen und Trost, oder wenn man nach Hause kommt dass man dann vielleicht eben nicht über diese Prüfung spricht sondern sich ablenken darf mit den Eltern oder eine Umarmung bekommt.
00:33:01: Mir ist gerade noch ein Beispiel eingefallen diese Messlatte anpassen das finde ich auch bei Jugendlichen so einem wichtigen Punkt.
00:33:07: Ich hatte das ab und zu mal in der Beratung.
00:33:11: Einen hat mir zum Beispiel gesagt In der Schweiz ist er vier genügend drunter ist ungenügend.
00:33:16: und jetzt hat er sich angestrengt.
00:33:18: Eben hat mir dreieinhalb gehabt in Mathe und sein Gedanke war, ich kann das sowieso nicht.
00:33:25: Ich bin eh zu blöd und es lohnt sich nicht.
00:33:27: oder es ging so um dieses Thema, lohnt sie sich nicht mehr zu lernen?
00:33:31: Und dann frage ich gerne ja aber was passiert wenn du jetzt gar nichts mehr machst?
00:33:35: und da merken Sie Ja gut, dann werde ich wahrscheinlich noch schlechter.
00:33:38: Dann habe ich vielleicht nicht mehr eine Dreieinhalb sondern eine Zweien halb und dann kann man das ein bisschen heraussarbeiten.
00:33:45: Was ist denn da der Unterschied?
00:33:47: Und deine Jugendlichkeit hat mir gesagt, ja eigentlich stimmt's.
00:33:50: Eine zweieinhalb würde bedeuten ich muss das Jahr wiederholen oder ich kann hier nicht weitermachen.
00:33:56: Ich verstehe vielleicht die Lehrabschlussprüfung nicht und eine dreieinhalb bedeutet es passiert nichts.
00:34:03: Also wenn ich eine Dreiein halb habe dann bin ich fein raus.
00:34:05: Das kann ich kompensieren mit anderen Fächern, die mir Spaß machen weil er hat zuerst gesagt ja zweieinhalber der dreienhalb ist ja eh ungenügend, also was spielt es quasi für eine Rolle?
00:34:14: Und indem wir das so ein bisschen rausgearbeitet haben hat er gesagt hey eigentlich stimmt's.
00:34:19: Eine dreieinhalb ist ne coole Note, eine dreieinhalb hilft mir in der Klasse zu bleiben meinen Abschluss zu machen.
00:34:25: ich werde mich von jetzt dann einfach freuen wenn ich eine dreienhalb schaffe und ich wäre bereit sein dafür mich mit einer Freundin zu treffen, ein bisschen vorzubereiten die Prüfungen oder?
00:34:36: Und hat sich dann noch gesagt und wenn ich eine dreieinhalb schaffe im solchen ist, dann gönne ich mir Skurren fest.
00:34:42: Aber so dieses Uminterpretieren oder Ich werde jetzt nicht mehr jede ungenügende Note einfach aus Ungenügen ziehen sondern ich differenziere da und ich werde lernen das zu freuen oder dass ich jetzt eben wirklich diese dreieinhalb geschafft habe und das für mich jetzt gut genug ist.
00:35:00: In Englisch wäre ich unzufrieden mit einer fünf, oder?
00:35:03: Und in Mathe freue ich mich aber über die dreieinhalb weil das eben nicht mein Ding
00:35:07: ist.".
00:35:08: Eine Frage passt hier glaube ich ganz gut nämlich was tun bei Kindern an denen scheinbar alle Ermutigungen abprallen?
00:35:15: Ich finde es irgendwie noch clever, dass die Person, die die Frage gestellt hat, scheinbaar geschehen.
00:35:22: Weil das tatsächlich so ist, also manche Kinder freuen sich eher im Stillen oder danach.
00:35:29: Hat mir mal eine Lehrerin gesagt hat sie hat einem Schülerin ein Lied wählen lassen oder wie ging diese Geschichte?
00:35:37: Ah
00:35:37: ja genau in einer unserer Weiterbildungen den Lerncoaching war das.
00:35:42: Da hat eine Lehrerin gesagt Wenn Kinder in dieser Woche irgendwas Besonderes geschafft haben, dann dürfen sie als Belohnung ein Lied wählen und achten darauf, dass das wirklich erreichbare individuelle Ziele sind.
00:35:58: Und es scheint ein sehr stilles zurückgezogenes, eher schüchternes Kind gewesen zu sein, die es wohl in der Woche geschafft hatte sich zwei bis drei Mal von sich aus zu melden.
00:36:10: So war das!
00:36:11: Und dann hat sie, also der Schülerin gesagt, dass sie das Lied auswählen darf.
00:36:16: Dieses Wochenlied und sie sei quasi eingefroren, ganz versteinert hätte nicht reagieren können und irgendwann hätte sie die Banknachbarin so ein bisschen angestupsst und dann hat Sie am Schluss, also die Bank Nachbarin für sie ein Lied gewählt.
00:36:33: Am Wochenende hätte sie dann die Lehrkraft Also die Lehrkräfte hätte am Wochenende die Mutter dieser Schülerin, diese Schüchtern ist beim Einkaufen.
00:36:40: Ich glaube am Wochenmarkt getroffen und sie seien ins Gespräch gekommen.
00:36:46: Mutter dieses Kind, das hätte ihr gesagt.
00:36:48: Ihre Tochter sei ganz gelöst und fröhlich nach Hause gekommen hat gesagt sie hätte sogar das Lied wählen dürfen!
00:36:55: Also auch da manchmal wirken diese Rückmeldungen im Stillen und ich glaube dass geht oft auch unser Erwachsenen so viele von uns erwachsen haben.
00:37:04: Ich finde gerade wenn man Komplimente bekommt oder ein Lob Das ist so ein Moment, wo auch diese Selbstaufmerksamkeit
00:37:12: erhöht wird.
00:37:14: Und gerade Menschen die sich ein bisschen schnell schämen zum Beispiel mit der Situation im Moment überfordert sind.
00:37:20: Ich finde das Spiel noch unterschiedliche Aspekte mit rein dass eine ist die Selbstaufmärksamkeit ja erhöht würde dann findet ja automatisch auch so einen Abgleich.
00:37:28: da
00:37:28: hast du
00:37:30: zu meinem Selbstkonzept.
00:37:31: also habe ich jetzt auch den Eindruck Keine Ahnung, ich bin jetzt jemand der sich häufig gemeldet hat oder ich bin jemand, der immer so eine schöne Ahre hat.
00:37:39: Dann darf Rückmeldungen kommen?
00:37:42: Das wäre dieser zweite Punkt.
00:37:44: und was für viele Kinder und auch Erwachsene.
00:37:47: Stresse ist es.
00:37:47: diese Frage, was wohin mit einem Kompliment
00:37:50: muss sich jetzt machen?
00:37:52: Genau sage ich jetzt einfach Danke!
00:37:55: Oder ist das schon fast ein bisschen arrogant und eingebildet?
00:37:57: Oder wäre es sozial angemessen, das ein bisschen runterzuspielen.
00:38:01: Und sagen ja, ist nett aber so quasi... Also was is' quasi eine angemessene Reaktion auf den Kompliment?
00:38:09: Ich glaub', dass
00:38:09: unter Schock gesetzt wird.
00:38:10: Das ist auch eine Kompetenz um einen Komplament annehmen zu können!
00:38:14: Ich merk' ich hab da auch immer Mühe.
00:38:15: Ich auch.
00:38:16: Das sind so Momente wo ich mich irgendwie gerne müssen versteck'.
00:38:21: Ja und ich find', was man da machen kann ist die Temperatur am Passen.
00:38:25: Genau!
00:38:26: Oder es hat, dass ich sage wie toll oder großartig.
00:38:29: viele Kinder reagieren besser wenn ich zum Beispiel einfach bemerke oder beschreibe was das Kind gemacht hat anstatt es dafür zu loben oder wirklich ein Kompliment zu machen.
00:38:40: Kannst du ein Beispiel dazu machen, dass unsere Hörerinnen und Hörern sich da etwas darunter vorstellen können?
00:38:48: Statt zum Beispiel du hast einen super Aufsatz geschrieben oder den einfach zu lesen und dann zu sagen Ich finde das eine sehr interessante Geschichte.
00:38:56: Oder auf dem Tomfall hier, oder da sitzt noch eine spezielle Überlegung.
00:39:00: und wie bist du darauf gekommen?
00:39:02: Dass man das nicht unbedingt in dieser Wertigkeit gut oder toll beschreibt sondern eher was ist da alles, steckt alles drin im Sinne von?
00:39:13: ich beschäftige mich damit oder es interessiert mich.
00:39:16: Ich sehe dass du dir etwas überlegt hast, eher in diesem beschreibenden Stil.
00:39:22: Oft hilft es ja auch, wenn man Rückmeldungen eher beiläufig anbringt.
00:39:27: Manchmal ist ein schriftliches Feedback besser anzunehmen als mündlich.
00:39:32: Ich zum Beispiel freue mich immer total ... Wenn ich über die Bücher
00:39:35: z.B.,
00:39:36: wenn ich eine Rezension lese oder jemand einfach eine E-Mail schickt, hab ich den Eindruck, ich kann das Ganze in Ruhe lesen und auf mich wirken lassen und mich so richtig freuen!
00:39:46: Also ich freu mich natürlich auch, wenn mir so jemand irgendwie was sagt.
00:39:49: Ich merke das Schwierigste ist für mich immer, wenn ich auf einer Bühne gelobt werde.
00:39:53: Das ist furchtbar!
00:39:55: Und dann weiß man in all dieser Zeit überhaupt nicht wohin mit sich selber?
00:39:58: Wenn wieder jemand sagt jetzt kommt Justin Bieber der Detaktik war und ich mir schon einen ablachen muss... Ne aber man weiß da nicht wohinhin mit dich.
00:40:11: Ja, also man kann es schriftlich machen.
00:40:14: Ich denke deswegen auch... ich finde gerade Kinder die so ein bisschen schüchtern sind eben dass sich nicht dann das Kind anschaut und während dem Blickkontakt jetzt das Kompliment sagt und das Kind hat das Gefühl, ich muss darauf reagieren, ich kann's da eben auch wirklich Schifflich aber auch so ein bisschen ihm vorbeigehen.
00:40:30: oder eine positive Bemerkung jetzt aus Lehrkraft, während ich am Pult vorbei spaziere und schon weiter geht zum nächsten Kind.
00:40:36: Damit es einfach Zeit hat also ein bisschen für sich zu verarbeiten und nicht reagieren muss darauf.
00:40:42: Manchmal kann man ja auch gerade bei jüngeren Kindern ein Kompliment im Beisein des Kindes quasi einer Drittperson erzählen Ich hab vielleicht jetzt irgendwie die Oma am Telefon und kann sagen, du ... Und wir waren heute im Schwimmbad.
00:40:59: Meine Tochter und mein Sohn, wer es dann auch immer ist, war so mutig oder hat sich heut getraut, da rein zu hüpfen irgendwie?
00:41:09: Oder hat ein Kopf unter Wasser gehalten und ein bisschen getaucht?
00:41:13: Es hat mich so erstaunt oder überrascht wie auch immer.
00:41:17: Da kriegen die Kinder ja oft ganz große Ohren, aber es ist auch keine Situation in der man so unmittelbares Kind darauf reagieren muss.
00:41:24: Also es gibt einem selber die Kontrolle darüber wie sehr man auf dieses Kompliment einsteigen möchte oder nicht?
00:41:30: So'n letzter Filter den viele haben kinderjugendliche Erwachsene In welcher Intention?
00:41:36: Ja, der Instrumentalitätsfilter.
00:41:40: Dieses typische.
00:41:41: ist das jetzt ein Lob mit dem ich dazu gebracht werden soll dieses Verhalten öfter zu zeigen?
00:41:47: oder ist es einfach dass die andere Person sich freut?
00:41:50: und manche Kinder jugendliche reagieren sehr sensibel auf Manipulationsversuche in diesem Sinn.
00:41:59: Denkt an unsere Neurodiverkindern, die haben ja oft einfach so einen superen Anführungszeichen Bullshit-Detektor.
00:42:05: Die merken das ganz schnell wenn jemand eine Agenda hat und jetzt irgendwie das Gefühl hat ahja oder der sollte jetzt irgendwie mehr keine Ahnung an den Tonbeutel denken oder die Spillmaschine ausräumen oder was es dann auch immer ist.
00:42:18: genau ich finde bei solchen Sachen kann man ja dann auch oft eher statt zu loben, eher einfach Wertschätzung ausdrücken und zeigen.
00:42:27: was hat es auf mich für eine Auswirkung.
00:42:30: Dass ich zum Beispiel sage hey danke dass du das weggeräumt hast.
00:42:33: jetzt können wir hier in Ruhe basteln oder essen.
00:42:35: zb oder ich fühle mich gerade viel wohler so.
00:42:38: Ja Ich finde es noch spannend wenn wir dabei sind.
00:42:41: zum Lob gibt's ja ziemlich viele extreme Ansichten.
00:42:44: also beispielsweise man darf überhaupt nicht loben soll das nicht machen oder?
00:42:48: Das wird nur die extrinsische Motivation fördern und dann auch so Konzepte, man darf nur beschreiben oder was ich dann manchmal auch ein bisschen lächerlich finde.
00:42:57: Also wenn ich jetzt zu meiner Partnerin statt schmeckt total gut sage, wenn sie gekocht habe... Ich sehe du hast gekochtert!
00:43:05: Du hast Gewürze verwendet!
00:43:06: Dann wird es einfach ein bisschen bescheuert.
00:43:10: Aber ich denke man kann das ein bisschen überprüfen.
00:43:14: wie gehe ich damit um mit Lobonkomplimenten?
00:43:18: Wir reagieren andere darauf und eben ein bisschen differenzieren auch je nach Kind.
00:43:23: Oder wie gut kann ich das Kind das annehmen?
00:43:25: Und hat es vielleicht irgendwelche Nebenwirkungen?
00:43:29: oder wieso könnte das so sein?
00:43:32: Ich finde gerade bei diesem sehr instrumentellen Charakter, da find' ich die Kritik berechtigt.
00:43:39: Wenn's immer darum geht jetzt beim Kind irgendein bestimmtes Verhalten zu fördern in dem das offensichtlich gelobt wird... und den Kleberli noch drauf.
00:43:49: Ja, vielleicht noch eine kleine Ergänzung hier?
00:43:52: Die Fragenstellerin hat hergeschrieben alle Ermutigungen.
00:43:58: bei ermutigung denke ich im klassischen Sinne auch immer an Sätze wie ach du kannst das doch, du schaffst es doch Du bist doch gar nicht dumm, du bist doch so schlau.
00:44:09: Und da sehen wir ja insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, die sehr unsicher sind oder sehr perfektionistisch veranlagt sind.
00:44:17: Dass diese vermeintlichen Ermutigungen sehr schnell nach hinten losgehen weil sie eben bei einem, du schaffst das ganz bestimmt sofort im Kopf haben ja aber was wenn nicht?
00:44:26: oder Du bist doch so schlau den Eindruck haben oh Gott jetzt muss ich diesen Bild gerecht werden dass ich auch wirklich schlauw bin.
00:44:31: Jetzt kann ich mir gar keinen Fehler oder gar keine schlechte Note mehr leisten.
00:44:35: woher will die das wissen?
00:44:36: Die überschätzt mich total oder der überschetzt mich total.
00:44:40: Also finde ich es auch immer wichtig.
00:44:41: wir verlinken euch wie gesagt und noch die Episode eins zum Thema Perfektionismus haben wir ganz intensiv über dieses Thema gesprochen.
00:44:48: Wie wirken diese Ermutigungen auf gerade unsichere Kinder und was wären Alternativen dazu?
00:44:54: Hört da gerne mal rein, wenn euch das beschäftigt.
00:44:57: Und auch da immer gilt... Man soll sich nicht so eine Riesenliste von Regeln und Verboten aufbauen im Kopf wie man etwas sagt, was man sagt.
00:45:05: Was ich immer wichtig finde ist einfach diesen Blick.
00:45:07: Wie wirkt es auf dieses Kind oder?
00:45:09: Wenn ich immer sehe, dass kommt überhaupt nicht an oder mein Kind macht umso mehr zu je mehr ich xy mache oder mich hineinversetzen und denke, es kann sein, dass mein Kind das ganz anders verarbeitet.
00:45:23: gemeint habe.
00:45:24: Dass ich sage, gib einfach deinem Bestes und mein Kind denkt oh Gott hab' ich denn meinen Bestes gegeben?
00:45:29: Ich
00:45:30: habe gar nicht das Maximum gemacht.
00:45:31: oder eben du schaffst das und es ist positiv gemeint von mir.
00:45:35: Mein Kind hört nur... ich kann mir gar nicht vorstellen dass du mal das nicht schaffts und dich werden völlig enttäuscht.
00:45:41: Das finde ich immer noch wichtig, dass ihr damit nicht gemeint ist oder dass wir Erwachsenen ständig alles auf die Goldwaage legen müssen sondern dass man einfach ein bisschen guckt.
00:45:52: Was mache ich ganz oft, was möchte ich vielleicht damit?
00:45:55: Ich möchte selbst weggeführt werden von meinen Kindstärken.
00:45:58: Passiert das auch?
00:45:59: und wenn nicht warum nicht?
00:46:00: oder wie wird das für mein Kind denn eigentlich aufgefasst?
00:46:05: Wir haben ja da auch diese Stelle in unserem Kinderroman.
00:46:07: Du schaffst das Merle in der Merle ihrer Mama zum ersten Mal offenbart, wie sehr sie dieser Satz du schaffest es ganz bestimmt, dass doch bisher immer alles geschafft unter Druck setzt Und wie sie miteinander über dieses Thema ins Gespräch kommen können.
00:46:22: und ich denke, da darf man die Kinder auch manchmal fragen wenn die ein bisschen älter sind.
00:46:26: Ja?
00:46:27: Ich habe das Gefühl ja diese Ermutigung oder so, die ich versuche dir mitzugeben, die helfen dir gar nicht so sehr.
00:46:34: was wäre schön für dich?
00:46:35: oder wie könnte ich dich am besten unterstützen.
00:46:38: Ich schau nochmal auf unsere Liste.
00:46:40: Ganz vieles haben wir schon beantwortet, da finde ich noch eine Frage die ich ganz spannend finde wie schafft man es als Eltern nicht immer das negative zu sehen und anzusprechen bei den Kindern?
00:46:52: Ja!
00:46:53: Das finde ich eine gute Frage weil unser Gehirn natürlich von der Revolution her so ein bisschen angelegt ist eher das abweichende, das negative, dass nicht passende zu sehen.
00:47:03: Negativity bias
00:47:04: Genau, das ist so ein ganz gut untersuchte Verzerrung weil halt das überlebensrelevant war oder dass wir das sehen und nicht unbedingt das positive.
00:47:13: Das heißt, wenn wir das verändern möchten dann geht es auch ein bisschen darum, dass wir unsere Wahrnehmung schulen und das neu aufbauen.
00:47:22: Ich habe früher mal mit Professor Meinrappere so einen Elternkurs gemacht, Elternwerkstatt – da haben wir der Uni noch angeboten!
00:47:31: Und die erste Aufgabe Für die Eltern war immer, schreiben sie jeden Abend drei positive Dinge auf, die sie an ihrem Camp beobachtet haben und schicken Sie uns das per E-Mail.
00:47:42: Also die Eltern mussten das eine Woche lang jeden Abend machen.
00:47:46: Und der spannende war... Die Eltern haben uns nach diesem fünfabend umfassenden Kurs Rückmeldung gegeben und das kam immer aus einer der effektivsten Übungen also dass die Eltern gesagt haben Das hat für sie am meisten verändert so dieses Kind anders zu sehen.
00:48:01: Das hätte aber auch erstaunlich viel beim Kind ausgelöst.
00:48:04: Und das spannende war, die Eltern hat nur die Aufgabe das aufzuschreiben nicht dass dem kind mitzuteilen oder einfach diese neue Ausrichtung der Wahrnehmung auf diese schönen Aspekte.
00:48:16: Das hat schon einiges bewirkt und Mein Rappére hat dann immer gesagt achten sie nicht nur auf die Turpenfelde in Amsterdam, sondern auch auf das kleine Blümärchen am Wegesrand.
00:48:26: Also gerade wenn das waren oft sehr belastete Familie mit Kindern, die den schwieriges Verhalten gezeigt haben.
00:48:32: da ging es darum wirklich diese kleinen Dinge zu sehen und auf die aufzubauen Und ich glaube Es ist wirklich ein Stück weit eine Trainingssache.
00:48:41: Ich hatte auch mal ein Beispiel.
00:48:43: Eine Lehrerin hat mir erzählt was drum ging Sie möchte mehr positive Sehen und zurückmelden oder dass sie gesagt hat, sie nimmt.
00:48:50: Ja
00:48:51: genau das war eine Lehrerin bei uns im
00:48:54: Weiterbild,
00:48:55: genau.
00:48:56: Sie nimmt eine Murmel oder in die linke Hosentasche und jedes Mal wenn sie der Klasse oder einem Kind etwas ermutigendes sagt, den warmen Blicken lächeln, irgendeine Art von positiven Beziehungssignal sendet dann wandert eine Murmel von der linken in die rechte Hosentrasche.
00:49:13: Und diese Murmeln in der Hosentase, die erinnern Sie daran?
00:49:17: Oder wenn da noch zu viele sind in der Linken Hosentaste Jetzt muss ich ein bisschen Gas geben Aber ich glaube, wir müssen da ein bisschen etwas finden.
00:49:25: Eine Übungsform um unser Gehirn zu überlesen und das ein bisschen Aktivum zu trainieren.
00:49:32: Mir fallen noch ein paar ... Wir sind gerade noch ein Paar Sachen eingefallen als ich dazugehört habe.
00:49:36: Das eine was mir einfiel war es kann auch ne Positivspirale in Gang setzen wenn wir mit anderen Eltern auch positiv über deren Kinder sprechen.
00:49:51: Ist mir grad so eingefallt.
00:49:52: Ich finde das immer wieder so schön, wenn wir mit unterschiedlichen Kindern auch Kontakt
00:50:01: haben
00:50:02: die unterschiedlichen Stärken von den Kindern wahrzunehmen.
00:50:05: Manchmal fällt es an mir ja auch bei solchen fremden Kindern je nachdem wie's Verhältnis ist – auch leichter als bei den eigenen.
00:50:13: Ich finde man kann manchmal auch in Gesprächen mit anderen Erwachsenen trainieren ... positiv über Kinder zu sprechen.
00:50:20: Das müssen gar nicht die eigenen sein, um immer zu sagen hey... wie ist irgendwie aufgefallen?
00:50:24: Deine Tochter kann man's nicht gut trösten oder dein Sohn der ist mega großzügig!
00:50:30: Oder was es dann auch immer ist und ich finde das schult manchmal diesen eigenen Blick.
00:50:36: Manchmal gibt´s auch also ohne das jetzt instrumentell einzusetzen.
00:50:40: Das würde dich nicht mal im Sinn von okay, ich geb den jetzt einen Kompliment damit ich selber eins bekomme.
00:50:43: Das find' ich komisch.
00:50:45: Aber manchmal gibt es auch etabliert das auch so ein gewisses Klima oder dass man weiß, man darf irgendwie auch... Es ist gewünscht und voll okay mit zum liebevollen Blick gemeinsam auf die Kinder zu schauen.
00:50:57: In Freundschaften in Partnerschaften.
00:51:00: dann fand ich ein ganz spannendes Konzept von Oliver Dierssen der ja auch ein ganz tolles Buch geschrieben hat.
00:51:12: Kinder lieben auch wenn's schwierig wird, schwierig isst
00:51:16: Wenn es mal schwer wird oder schwierig.
00:51:19: Wir verlinken sie.
00:51:20: Genau dieser Gedanke, dass manchmal gerade wenn man Schwierigkeiten hat einen Zugang zum eigenen Kind zu finden vielleicht eben auch nun fast nur noch die unangenehm negativen Aspekte wahrnimmt sich vorzustellen wie würde ich mit meinem Kind umgehen wenn das ein Gastkind wäre?
00:51:35: Oder was zur Besuch ist und fremdes Kindes, dass man neu kennenlernt das zu besuchen ist.
00:51:38: Wie würde ich damit umgehen?
00:51:40: Was für Fragen würde ich stellen auf welche Themen würde ich vielleicht auch verzichten sich selber zu versuchen, auch mal in diese Situation zu bringen mit dem Kind so umzugehen?
00:51:49: und ich finde auch das kann sehr viel freisetzen an ja einfach so einer einem liebevolleren Blick und einer größeren Unvoreingenommenheit.
00:52:00: Und dann eine dritte Übung die mir gerade noch einfiel, die ich von unserer lieben Kollegin Nora Völker gelernt habe, die mich auch ganz ganz schön finde ist diese Frage und ich hoffe ich gebe es jetzt richtig wieder ist diese Frage, wenn ich meine Zielsetzung im Umgang mit meinem Kind im Moment in einem einzigen Wort beschreiben müsste.
00:52:25: Wie würde ich das beschreiben?
00:52:29: Und zu versuchen einfach ein Wort zu finden, dass mir irgendwie Haltorientierung gibt und mir das immer mal wieder im Alltag hervorzukramen.
00:52:41: Für mich zum Beispiel ist es mit meinen Kindern schon sehr lange, glaube ich immer das Gleiche.
00:52:48: Und es ist für mich besonnen.
00:52:51: So im Sinif ist halt für mich irgendwie was von einer Wärme besonnen weil da irgendwie so für mich der Sonne getrennt steckt und gleichzeitig von einer gewissen geduldigen Haltung die lange Perspektive im Blick zu haben.
00:53:06: Was jetzt nicht heißt dass ich ständig furchtbar besonnen bin oder Besonnenheitsdurchträngt aber ich finde das sehr hilfreich anstatt sich in so tausend Zielen zu verlieren, sich zu fragen.
00:53:18: Was soll sozusagen die Überschrift für die nächsten Tage der Wochen sein?
00:53:24: Wo hin möchte ich mich annähern?
00:53:27: oder wo will ich ein bisschen andocken?
00:53:30: So eine Sache von mir noch zudem... Ich habe einfach auf dem Handy, dass es mir so alte Fotos entspielt und das ist ja was ... Das hat einfach für mich diese Wirkung.
00:53:44: Irgendwie, immer sicher einmal pro Tag schaue ich einfach alte Fotos durch oder wo meine Kinder halt irgendwie zwei waren.
00:53:50: Oder fünf oder sieben.
00:53:52: und so dieses Gefühl von Yvonne die war mal so klein und was haben wir da alles erlebt?
00:53:58: Und diese das macht einen komischen Moment von Verbindung und ein bisschen Sehnsucht auch nach gewissen Zeiten oder Momente
00:54:06: und der Flüchtigkeit
00:54:08: ja dass man merkt Und das ist noch komisch, wenn man ja gerade in die Vergangenheit schaut.
00:54:16: Sieht man nicht das was daran anstrengend war?
00:54:18: Sondern man sieht irgendwie so zurück mit so einem Gefühl von ach das war schön und irgendwie waren sie so herzig.
00:54:25: und dann sieht man die Kinder auch in der Gegenwart immer ein bisschen wieder so oder dass ist alles drin dieses Kind steckt noch drin in dem Kind das es jetzt ist und man nimmt automatisch auch die schönen Momente im Jetzt war.
00:54:40: aber irgendwie Ich denke, das ist ein bisschen ähnlich wie wenn man so alte Bilder anguckt wo man in dieser Verliebtheitsphase mit dem Partner oder der Partnerin oder dass einfach das bewirkt.
00:54:50: Dass diese Gefühle im Moment gerade wieder so ein bisschen auflaufen.
00:54:54: Das ist ja auch etwas was Partherapeuten machen.
00:54:56: Wir haben sie sich verliebt und haben Sie sich kennengelernt oder?
00:54:59: Weil man weiß ich kann diese Gefülle wachrufen und ich kann sie uns hier und heute übertragen.
00:55:06: Meine Kinder gucken eben Videos vor allem und Bilder von sich selbst, da sie noch viel kleiner waren auch so unheimlich gerne an.
00:55:12: Und staunen dann sofort rüber was die damals halt auch noch nicht so konnten irgendwie Laufradfahren üben oder so.
00:55:19: das erste quasi das erste Mal versuchen auf einem Fahrrad irgendwie Wackelig draufzusetzen.
00:55:24: ich finde es kann auch eine Perspektive auch wenn man das zusammen ab und zu mal macht geben von ja Ich entwickle mich weiter.
00:55:31: ich lerne dazu
00:55:32: gerade für die Selbstwirksamkeit was ich heute kann, was sich vor einem Jahr oder drei Jahren noch nicht gekonnt habe.
00:55:40: Und ich werde noch so vieles lernen, was ich jetzt nicht
00:55:42: kann.".
00:55:43: Ja und ein letzter Gedanke das Thema in einer Kritikschleife gefangen zu sein, hat ja häufig auch damit zu tun dass man vielleicht sehr viel Kritik von außen bekommt.
00:55:54: Wir sehen das ja ganz häufig bei unseren Familien der Kinder von der ADHS betroffen sind, dass sie sagen wir bekommen oft einfach überwältigende negative Rückmeldungen aus der Schule und es fällt so schwer dagegenzuhalten.
00:56:07: Manchmal Familien die sagen Mir fällt zu schwer, überhaupt noch so positive Aspekte an meinem Kind wahrzunehmen.
00:56:13: Weil ich immer nur höre, er oder sie kann das nicht und das ist noch nicht erreicht.
00:56:17: Und daran müssen wir arbeiten um diese tausend Baustellen zu haben.
00:56:21: Ich finde da hilft es auch manchmal den Blick zu weiten für die Frage was für Stärken und Interessen stecken in meinem Kind über die Schule hinaus gehen?
00:56:31: Wir haben ja in unserem Buch erfolgreich lernen mit ADS.
00:56:33: Diesen Stärkefragebogen auch entwickelt, den könnt ihr kostenlos runterladen wenn ihr da mal reinschauen möchtet der sich im übrigen nicht nur an Eltern von Kindern mit ADSS richtet Und dort haben wir uns ja die Mühe gemacht, auch noch mal stärken Bereiche aufzuführen.
00:56:49: Die jetzt in der Schule weniger relevant sind aber im Berufsleben eine Rolle spielen so was wie ein großes Verkaufstalent oder ne gewisse Tüftlerei und Dienstleistungsorientierung.
00:56:59: ganz viele Punkte das hat mich immer wieder berührt wenn Familien da auch zurück gemeldet haben.
00:57:04: Das hat mein Blick geweitet.
00:57:08: Ganz überrascht, wie viel ich ankreuzen konnte.
00:57:11: Und ja, wieviel doch in meinem Kind steckt?
00:57:13: Was in diesem klassischen Schulalltag einfach sehr wenig Berücksichtigung erfährt.
00:57:18: Mhm.
00:57:19: Was ich so bei diesem Kritikpunkt noch wichtig finde – haben wir gerade heute darüber gesprochen – ein bisschen zu schauen.
00:57:27: was hat das auch mit der Art zu tun, wie wir im Moment die Beziehung gestalten?
00:57:32: und was man oft sieht ist wenn Familien das sagen Dass man merkt, den ganzen Tag geht es eigentlich darum die andere Person zu beeinflussen.
00:57:42: Ich habe ständig das Gefühl ich möchte dass mein Kind etwas schneller macht und etwas anders macht.
00:57:47: Ich fühle mich gezwungen das anzumerken.
00:57:50: Versuche mein Kind in diese Richtung zu bewegen Und wenn ich das den ganzen tag mache.
00:57:55: oder hast du schon an die Hausaufgaben gedacht?
00:57:57: müsstest du nicht nur warum hast jetzt wieder den Teller nicht in die Spüle gelegt?
00:58:01: Du kommst wieder zu spät etc.
00:58:03: mach jetzt mal vorwärts dass ich merke, mein Kind schaltet auf durch zu.
00:58:09: Je mehr ich sage, desto weniger kommt an oder es reagiert eigentlich schon so als Standartreaktion irgendwie ein bisschen aggressiv und pumpy weil es weiß fast alles was ich sage ist in diesem Modus Und da kommt man ja manchmal das Elternteil nicht so leicht raus.
00:58:25: aber ich finde was man machen kann ist sich ab und sozusagen jetzt will ich mal eine Stunde versuchen da auf dem Mund zu sitzen und ganz anders auf das Kind einzugehen.
00:58:34: Und schauen, was passiert oder?
00:58:37: Da gibt es ja von vielen Psychotherapeuten diese Verschreibung einer Spielzelle.
00:58:42: Dass man mit dem Kind eine Stunde mal in der Woche einfach spielt, was Gemeinsameres macht und dass es den Eltern quasi untersagt ist, ihren irgendeiner Formen zu erziehen
00:58:51: genau.
00:58:54: Viele Eltern berichten, das war für sie am Anfang sehr schwierig gewesen.
00:58:57: Sie hätten ständig das unterdrücken.
00:59:00: oder wird es wieder irgendetwas zu sagen und dann gemerkt haben, dass gibt mir aber einen anderen Zugang zum Kind.
00:59:06: Und mein Kind wird plötzlich zugänglicher wir können wieder miteinander auf einer anderen Ebene kommunizieren.
00:59:12: ich denke auch da nicht das Problem vielleicht von heute auf morgen generell angehen zu wollen sondern eben irgendeine Art und Weise wo man das ganz bewusst im kleinen üben kann oder unterm merken kann.
00:59:28: jetzt bekomme ich vor meinem kind anderes Feedback und das erleichtert es mir vielleicht dann eher auch in diese Richtung weiterzugehen.
00:59:37: Wichtig finde ich, du hast vom kleinen Beginn gesprochen.
00:59:40: Wenn man an den Alltag mit mehreren Kindern denkt, dann kann die Stunde pro Woche auch schon eine ganz schöne Anforderung darstellen.
00:59:47: Ich finde, man darf auch dort klein anfangen.
00:59:49: Das dürfen auch zehn-fünfzehn Minuten sein in der Woche bei denen ich mir ganz bewusst sage, in diesen zehn fünfzehn minuten lasse ich mich ganz auf mein Kind ein.
00:59:58: Ich werde nicht einmal, ich werde nicht kritisieren und mein Kind darf das Tempo und den Inhalt des Spieles vorgeben.
01:00:06: Und für die Eltern, die wirklich Mut haben Ich finde, es kann auch sehr heiß am sein mal die eigene Art mit dem Kind zu sprechen.
01:00:13: Einfach auf dem Handy auszunehmen.
01:00:15: Das haben wir manchmal bei den Hausaufgaben gemacht wo manche Eltern sehr erschrocken sind über sich selber was sie eigentlich für einen Tonfall draufhaben Was Sie so sagen und gemerkt haben diese Hausaufgaubenkonflikte das geht gar nicht so vom kind aus oder sondern ich möchte auf keinen Fall mit mir Hausaufgeben machen müssen.
01:00:35: Und was ich mal spannend fand, gerade wenn Eltern sich selber gesehen und erlebt haben hat das wieder zugeführt dass sie sich sehr schnell verändern konnten in dem Bereich.
01:00:44: Weil sie so auf einer unterbewussten Ebene gemerkt haben, was sie nicht mehr möchten.
01:00:50: Ein letzter Punkt vielleicht?
01:00:52: Ganz ganz viele Fragen gingen ja in den Bereich ADHS-und Selbstvertrauen und vor allem auch Selbstüberschätzung und ADS.
01:01:01: Ich glaube wir öffnen dazu noch ein kleines Fensterchen.
01:01:05: Ja, also was ich da schwierig finde das wissen wir aus der Forschung.
01:01:09: Kinder mit ADS bekommen sehr viel mehr Kritik als andere Kinder.
01:01:16: Gibt ja mal diese Zahl die rumgeistert bis im altes Jahrzehnt etwa zwanzigtausend negative Rückmeldungen mehr klar als irgendeine Schätzung.
01:01:23: aber trotzdem würden wir so genauer hinschauen dann merken wir es ist ziemlich viel.
01:01:28: das schlägt sich nieder wie wissen auch aus der forschung des kindermit ads stärker auf Hit begreagieren, auf Kritik und auf Lob.
01:01:38: Das heißt es wäre gerade bei ihnen besonders wichtig dass sie sich angenommen gemacht fühlen das jemanden haben der ihre Stärken sieht und ich denke da ist es grad.
01:01:50: auch Verleerkräfte haben wir ja, dass wir das immer mal ansprechen oder im Allgemeinen ist so das negative Rückmeldung sehr viel schwerer wegen als positive.
01:01:59: gibt's verschiedene Forschungszweige, Parforschung, Gottmänder ja viele Paare untersucht hat wie die Aufnahme gemacht hat und gesagt hatte.
01:02:08: Die Rate, die kritische ist etwa fünf zu eins oder es braucht etwa fünf positive Äußerungen um einen negativ auszugleichen.
01:02:15: Losada kam im Arbeitskontext so ein Minimum von drei zu eins aber auch im Optimum für etwa sechs, sieben, acht zu eins.
01:02:22: das heißt jetzt positive sollte deutlich überwiegen und das merken wir auch bei uns als Erwachsene, wenn mit der eigenen Arbeit von zehn Personen eine unzufrieden ist und die anderen äußern sich positiv.
01:02:37: Welche Rückmeldung beschäftigt uns mehr?
01:02:39: Natürlich die negative.
01:02:42: Und ... Mit Lehrkräften haben wir ja oft übergesprochen, das ist nicht einfach diese Rate zu halten.
01:02:48: Viele Lehrkräfte gelingt das aber es gelingt meistens eben nicht mit den Kindern, die's am meisten bräuchten.
01:02:54: Also
01:02:54: dass man in der Klasse vielleicht dieses Level erreicht.
01:02:59: Aber gerade das Kind, dass eben vielleicht die ADHS von ADHS betroffen ist oder?
01:03:05: Und dann im Verhalten ein bisschen
01:03:07: herausfordert.
01:03:09: Da sagen viele Lehrkräfte und genau bei diesem Kind ist es aber umgekehrt.
01:03:12: Also nicht fünf zu eins sondern eins zu fünf!
01:03:16: Das finde ich eine ganz wichtige Erkenntnis.
01:03:18: Und dann zu sagen schau mir doch mal was passiert wenn ich zwei Wochen lang gegensteuere.
01:03:25: mir überlege, was wären Momente wo ich diesem Kind ein positives Beziehungssignal senden kann das ganz bewusst zu machen.
01:03:32: Wenn es reinkommt dann werde ich's an lächeln oder wenn nicht mehr gesagt einen neuen Pullover dann werde Ich das kurz ansprechen.
01:03:39: wenn ich sehe dass Kinder arbeite gerade ruhig Dann gehe ich vorbei und spreche das kurz an.
01:03:44: ich werde jetzt diese Ausnahmen auch stärker gewichten Und haben uns so viele Lehrkräfte zurück gemeldet Dass das sehr viel verändert hat.
01:03:54: Gleichzeitig war ja eine Thematik hier auch noch die Selbstüberschätzung.
01:03:59: Ich sehe das bei Kindern vor allem im Bereich ARDS, wenn sie dieses hyperaktivimpulsive Erscheinungsbild oder das gemischt der Erscheinungspiel diesen kombinierten Typus aufweisen.
01:04:10: Das ist da genauer
01:04:11: haben wir es ja auch dass die Kinder zum Teil dann eben sagen ach das ist baby leicht das kann ich ja schon und sich quasi so selbst erhöhen und danach den Eindruck habe ich muss das gar nicht üben.
01:04:23: Und da sehen wir diesen sogenannten positive illusory bias, also diese positive Verzerrung eigentlich der Selbsteinschätzung.
01:04:31: Was ich dort sehr interessant fand war die Forschungsbefunde, die zeigen... Die Selbstüberschätzungen sind in den Bereichen am größten, in denen die Kinder mit Lernschwierigkeit und ARTS auch die größten Lücken- und Auffälligkeiten haben.
01:04:46: Also wenn ich die größte Schwierigkeit irgendwie in der Rechtschreibung habe dann werde ich als Kind Statistisch gesehen am häufigsten meine Leistung dort beschönigen.
01:04:55: Häufig reagiert ja das Umfeld darauf, dass man sagt, man muss das Kind von seinem hohen Ross runterholen.
01:05:00: Das darf sich quasi jetzt hier nicht so übertrieben positiv darstellen, weil man natürlich oft auch sieht, dass das soziale Konsequenzen hat, nicht Kompetenzen, Konse quenzen in diesem Sinne, dass Man das Gefühl hat wenn es Kind so ein Angeber ist oder so einen Aufschneider oder so großspurig tut, dass es halt dann von anderen Kindern auch abgewiesen oder abgewertet wird.
01:05:21: Und spannend da war ja zu sehen, je mehr man die Kinder mit ARTS kritisiert in diesen Bereichen desto stärker wird diese selbst Überschätzung.
01:05:30: Also desto eher beschönigen sie das, desto eher vertuschen sie das weil man davon ausgeht dieses sich übertrieben positiv darstellen dient demselbst Schutz damit Misserfolge weniger nah an einen rankommen damit mein Kritik eher an sich abbrein lassen kann und dass was wirklich helfen würde wäre Immer wieder positive Rückmeldung, sehr viel Wertschätzung insbesondere in den Bereichen die ihnen schwerfallen.
01:05:56: Das heißt jetzt nicht dass wir sie übertrieben loben müssen also ins Kind keine Ahnung einmal eins üben soll und das kann das halt einfach noch nicht und sagt es ist Baby leichtes ist Bubi das man dann sagt ja stimmt du kannst ja super rechnen lassen mir das.
01:06:08: oder wenn ich als irgendwie Heilpädagogin bin zum Beispiel aber das ich sagen kann Du bist wirklich ein Kind, das schnell nachdenken kann und jetzt üben wir, dass du noch schneller wirst.
01:06:16: Oder ja, du hast es wirklich schon gut geübt oder du hast Fortschritte gemacht und jetzt machen wir noch einen Durchgang damit die Verbindungen in deinem Hirn noch dicker werden.
01:06:25: Und da eben auch immer wieder in vielen vielen Untersuchungen zu sehen, dass das das Wichtige wäre.
01:06:31: Selbstüberschätzung schließt ja selbst Abwertung nicht aus, ganz häufig sehen wir diesen Wechsel.
01:06:38: Dass die Kinder im einen Moment sagen kann ich super muss das nicht üben quasi ist alles baby leicht und dass man da einfach auch merkt es ist oft mit dieser Impulsivität und dieser Unruhe in den Gefühlen verbunden.
01:06:55: dieses hin- und herwechseln aber heißen darf, wir müssen die Kinder nicht vom hohen Ross runterholen ein Anfangszeichen.
01:07:03: Sondern es ist eine Schutzstrategie und sie brauchen dort einfach einen guten Boden.
01:07:08: immer wieder
01:07:11: Wenn ihr euch gerne noch ein bisschen vertiefen möchtet Wir haben euch in dieser Folge einiges an Material verlinkt.
01:07:17: Wir haben auch im kleinen Film noch in den Links wo's darum geht wie man darauf reagieren kann wenn Kinder das Gefühl haben ich kann das sowieso nicht Ich
01:07:25: bin zu dumm
01:07:26: Genau.
01:07:27: Und in unserem Buch geborgen mutig frei findet ihr noch mal ganz vieles zum Thema Selbstvergefühle, Selbstvertrauen
01:07:35: und
01:07:35: Resilienz.
01:07:36: genau wie
01:07:36: Kinder zu innerer Stärke finden ist der Untertitel.
01:07:40: Da dürft ihr euch gerne vertiefen wenn ihr möchtet schaut hinein.
01:07:44: da freuen wir uns und sonst hören wir uns hoffentlich beim nächsten Mal wieder.
01:07:50: Tschüss miteinander!
01:07:51: Macht's
01:07:51: gut bis bald.
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